Große Erwartungen
Technische Aspekte des modernen Karpfenangelns müssen vor dem Hintergrund der am Wasser gegebenen Situation durchdacht werden. Wer beispielsweise in 10 Meter tiefem Wasser angelt, braucht sich kaum Gedanken um die Farbe seines Köders zu machen oder um die Tarnung seiner Rigkomponenten. Wer an einem Gewässer mit hohem Weißfischbestand fischt, kann sich keinen Spodmix aus kleinsten Partikeln erstellen und wer ein neues Gewässer zum ersten Mal befischt, der kann seine Rigs nicht an den Fressgewohnheiten seiner Zielfische orientieren. Die meisten Trends kommen aus England zu uns nach Deutschland, genauer gesagt werden sie von den Vollzeitanglern gesetzt. Diese Vollzeitangler lassen sich noch mal grob unterteilen, zum Einen wären dort die Vollzeitangler, die versuchen, an einer möglichst großen Zahl tendenziell einfacher Gewässer möglichst viele Fische zu fangen und zum Anderen gibt es die Zielfischangler, die sich im wesentlichen auf die schwierigen Großfischgewässer konzentrieren. Interessant daran ist, wie sehr sich die Taktiken und Vorgehensweisen dieser Angler nun unterscheiden. Die Zielfischangler brauchen hundertprozentiges Vertrauen in ihre Taktik, wenn sie oft wochenlang blank sitzen und nach all der Wartezeit endlich ihren Zielfisch haken. Sie fischen zumeist überall mit den gleichen Rigs und Ködern und verändern nur etwas, wenn sie unbedingt müssen. Die Angler hingegen, die an einer möglichst großen Anzahl von Gewässern versuchen möglichst viele Fische zu fangen, experimentieren ständig mit ihren Rigs, Vorfachlängen und Futtertaktiken. Ich kann sehr schwer einschätzen wie viel Zeit der durchschnittliche deutsche Karpfenangler am Wasser verbringt, ich persönlich fische eine Nacht pro Woche und wenn ich Glück habe zwei Nächte. Da stellt sich nun die Frage, an welchen Trends man sich als Angler orientieren soll, an der absoluten Konstanz der Methoden oder an der absolut flexiblen Anpassung an die Umstände der Situation und wie so oft im Leben liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Stellen wir uns mal einen deutschen Karpfenangler zu Beginn seines Wochenendansitzes vor. Die meisten Angler packen am Angelplatz die Lotrute aus, lassen das Lotblei über den Gewässergrund schleifen und 90 Prozent der Angler sind nicht zufrieden, bevor sie nicht endlich Kies gefunden haben. Dort wird der Marker gesetzt, ein paar Boilies werden um den Marker gefüttert, eine oder zwei Montagen fliegen auf den Platz und fertig. Es ist völlig in Ordnung so zu angeln, nur darf man dann keine allzu großen Erwartungen haben mehr oder größere Fische als alle Anderen zu fangen. Sehr viele Angler fischen auf sehr ähnliche Art und Weise. Warum traut sich kaum jemand, etwas grundlegend anderes zu tun? Ich denke es liegt daran, dass die meisten von uns nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung haben und Angst haben, mit ihrer Taktik komplett daneben zu greifen. Jedermann ist sich heute darüber im Klaren, dass er das Rad nicht mehr neu erfinden wird und greift stattdessen gerne auf Altbewährtes zurück. Außerdem gibt es da die Weisheit: „Wer fängt hat Recht." Und somit bestätigt jeder gefangene Fisch die gewählte Taktik. Ich denke aber nicht, dass man Recht hat, nur weil man etwas fängt. Karpfenangeln ist in manchen Situationen nicht besonders schwierig, früher oder später wird man etwas fangen, auch wenn man nicht besonders innovativ angelt. Was aber wirklich möglich wäre, erfährt man erst, wenn man sich traut, etwas anderes zu tun als der Rest der Angler. Ich sage nicht: Seien Sie anders um jeden Preis, sondern ich sage: Seien Sie anders aus einem bestimmten Grund, den Sie für sich erkannt haben. Karpfenangeln ist für mich ein System aus drei wichtigen Faktoren: Location, Futtertaktik und Rig. Wenn diese Komponenten zusammenpassen, wird man besser fangen als die anderen Angler. Wenn man also zum Beispiel seine Futtertaktik verändert, sollte man sein Rig anpassen. Wenn man die Location wechselt, sollte man seine Futtertaktik und sein Rig anpassen. Besonders erfolgreiche Angler fischen oft anders als der Rest ihrer Mitangler. Greift man jedoch nur ein Element aus ihrem anglerischen Vorgehen heraus, etwa das Rig, ohne auch die Futtertaktik zu verstehen, und versucht dann das Rig zu kopieren, so läuft man Gefahr, brutal daneben zu greifen. Ich denke es geht beim Angeln darum, Zusammenhänge zu verstehen. Das sind teilweise auch ganz simple mechanische Überlegungen. Ein Popup sieht über grobem Kies scheußlich aus, ich muss kein Wissenschaftler sein, um das zu sehen. Ein Popup macht auch wenig Sinn, wenn ich vorher massenhaft Hanf gefüttert habe und die Fische dazu gebracht habe, dass sie beim Fressen mit dem Maul am Grund kleben... Wenn ich meine Entscheidungen getroffen habe, versuche ich schnell zu sein, move gegebenenfalls, füttere und lege die Rigs aus. Erst dann beginnt die eigentliche Zeit des Wartens. Wenn Sie zeitlich so wie ich eingeschränkt sind, so muss das, was ich hier beschreibe, nicht während einer Session passieren, es ist ein Prozess, der sich über mehrere Kurzsessions erstrecken kann. Ich versuche eine Taktik zu finden, bei der alles zusammenpasst und vertraue diesem Vorgehen so lange, bis sich das Gefühl aufdrängt, dass ich wieder etwas verändern muss. Wenn man Spinnfischer oder Fliegenfischer oder Stippfischer beobachtet, so sieht man, dass diese Angler ständig etwas verändern, sie verkürzen oder verlängern das Vorfach, wechseln den Köder oder ändern die Location. Beim Karpfenangeln sind die Reaktionen, die uns die Fische geben, sehr viel seltener und dadurch brauchen wir als Karpfenangler viel mehr Zeit bis wir verstehen, was wir verändern müssen. Die Gefahr daneben zu greifen ist auch etwas größer als bei anderen Angelarten, denn an schwierigen Gewässern sitzt man mit der falschen Taktik eine Weile ohne Biss. Unser Vorgehen ist also ein ständiger Kompromiss zwischen Altbewährtem und dem Versuch, mal etwas Neues auszuprobieren. Wenn ich etwas Neues ausprobiere, denke ich darüber nach, ob es zu meiner gesamten Taktik passt und entwickele Vertrauen in mein Vorgehen. Ich denke Vertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg.
Manchmal fische ich ganz anders und suche zunächst nach weichem Boden, denn ich glaube Karpfen fressen gerne auf weichem Grund. Dann befüttere ich die Stelle sehr genau und kreiere einen engen und kleinen Futterteppich aus Groundbait, Pellets und Boilies. Ich denke durch den kleinen Futterplatz bringt man die Fische dazu, sich kaum zu bewegen. Sie können in aller Ruhe über dem Grund stehen und das Futter einschlürfen. Sie können das Angebot in aller Ruhe inspizieren und den Hakenköder genau untersuchen. Das würde nach sehr kurzen Vorfächern mit kleinen Haken verlangen. Es ist schwer zu sagen, ob Fische den Hakenköder auf Grund seines Bewegungsspielraumes tatsächlich vom Beifutter unterscheiden können, wahrscheinlich fächern manche Fische das Futter mit den Flossen an oder saugen es aus einer gewissen Entfernung auf. Sicher könnte man vielen Problemen dadurch aus dem Weg gehen, dass man die Fische dazu bringt, sich zu bewegen und aktiv nach Futter zu suchen. So kann man eine Situation mit Futterkonkurrenz erzeugen. Diese Situation kann das Verhalten von Tieren total verändern. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich einen Schwimmer auf der Wasseroberfläche treiben ließ. Ein Vogel fand Gefallen an ihm, biss herzhaft hinein und ließ ihn dann liegen. Als jedoch ein zweiter Vogel in den Schwimmer biss, versuchte es der erste Vogel gleich auch noch mal, als hätte er Angst, der zweite Vogel könne ihm das Essen wegnehmen. Besonders interessant ist auch, dass Vögel einen Gegenstand wieder attackierten, sobald man dessen Position auf der Wasseroberfläche verändert hat. Vögel können gut sehen und haben gute Reflexe, sind aber genau wie Fische letztendlich Tiere, die ein Objekt scheinbar kaum mehr wieder erkennen, sobald man seine Position verändert hat. Meine Angelpartner und ich fischen entweder mit sehr wenig Futter und eng konzentrierten Futterplätzen oder wir legen großflächig gestreute Futterplätze in den Arealen an, in denen wir die Fische gefunden haben, so dass die Fische sich aktiv bewegen müssen. Wir füttern dann vor allem Groundbait und Boilies, um alle Fische in einem Seeareal in Bewegung zu halten. Erst später verkleinern wir die Futterplätze, doch selbst dann füttern wir in Hakenködernähe noch grob gestreut, um Futterkonkurrenz und aktives Suchen der Fische nach Futter zu provozieren. Unter diesen Umständen lässt die Futtertaktik auch stinknormale Standartrigs mit etwas Bewegungsspielraum, um die 20 cm Länge, super funktionieren. Wenn ich aber auf einem kleinen, eng angelegten Futterplatz fische, so wähle ich kürzere Vorfächer um die 10 cm Länge und platziere den Köder gelegentlich neu, da ich glaube, dass Karpfen einen als gefährlich identifizierten Köder dauerhaft meiden können. Kleine, eng angelegte Futterplätze können ein guter Start an einem Gewässer sein, um zu Beginn einer Kampagne nicht zu viel zu füttern und sich diese Option für später aufzuheben. Diese Futtertaktik ist außerdem effektiv, wenn alle anderen Angler abkippen. Vor diesem Hintergrund kann man dann auch wiederum sagen, dass großflächiges Füttern gut funktionieren kann, wenn alle anderen Angler auf eng angelegten Futterplätzen fischen. Beachten Sie auch die Wassertemperatur beziehungsweise die Jahreszeit und die Fischdichte. Das obige Beispiel von den Vögeln in einer Futterkonkurrenzsituation lässt sich sicher nicht hundertprozentig auf das Verhalten fressender Karpfen übertragen, aber es ist ein Gedankenbild, das dabei hilft, mir vorzustellen, was unter der Wasseroberfläche passiert.
Ganz anders verhalten sich die meisten Karpfenangler wiederum bei der Wahl ihrer Köder. Wie oft hört man jemanden sagen, dass er in letzter Zeit super auf seinen Köder gefangen hat aber nun trotzdem gerne etwas Neues probieren möchte? So faul und festgefahren wie viele Karpfenangler bei der Wahl der Futtertaktik zu sein scheinen, so experimentierfreudig sind sie scheinbar, wenn es um neue Köder geht. Ich denke, dass die Werbung da eine große Rolle spielt. Ständig wird ein neuer Superköder empfohlen und es ist nur natürlich, dass man ihn gerne ausprobieren möchte. Ich denke aber, dass ein Köder nur dann gut ist, wenn man konstant gut damit fängt und zwar auch unter schwierigen Bedingungen und das wiederum können meiner Meinung nach wenige der in der Werbung angepriesenen Köder dauerhaft leisten. Wieder kann nicht gelten: „Wer fängt hat Recht", denn auch ein schlechter Köder fängt mal einen großen Fisch. Ein guter Köder aber funktioniert auch dann noch, wenn alle anderen Angler am See auf Grund der schwierigen Bedingungen kaum etwas fangen - vorausgesetzt sie präsentieren ihn an der richtigen Stelle. Besonders in den Situationen, in denen man dauerhaft große Mengen eines Köders ins Wasser einbringt, merkt man bald wie gut die Qualität der Boilies wirklich ist und an dieser Stelle würde ich gar keine Kompromisse eingehen und verlasse mich dauerhaft auf hochqualitatives Futter. Recht festgefahren sind viele Angler wiederum bei der Wahl der Angelstelle. Ein Beispiel ist die eingangs erwähnte Beobachtung, welche Art von Features bevorzugt befischt wird: Die meisten Angler suchen mit der Lotrute nach Kieswellen und angeln gerne auf diesen Stellen. Ich denke Kiesbänke werden in vielen Gewässern von den Fischen zum patrouillieren genutzt und für uns als Angler bieten sie die Gewissheit, dass unser Köder „sauber" präsentiert ist, also nicht im Schlamm oder Kraut versinkt. Und doch fische ich gerne etwas abseits von den offensichtlichen Hotspots, indem ich beispielsweise auf der einen Seite der Kieswelle füttere und auf der anderen Seite der Kiesbank angele. Diese Art der Präsentation nutze ich generell gerne an Features, beispielsweise an Unterwasserhindernissen wie versunkenen Bäumen füttere ich gerne auf der einen Seite des Hindernisses und präsentiere meinen Köder dann auf der anderen Seite. Mit einer Popuppräsentation oder etwas PVA kann man auch in seichtem Schlamm oder Kraut noch effektiv einen Köder präsentieren. Eine andere Sache, die ich immer versuche, ist ein wenig voraus zu planen. Viele Angler werden sehr enthusiastisch, wenn ein neuer Wind auf ein Gewässer trifft. Nach meiner Erfahrung ist ein neuer Wind auch für eine Weile sehr effektiv und gerade warmer Wind kann für ein bis zwei Tage zu guten Ergebnissen führen, wenn man an dem Ufer fischt, auf das der Wind steht. Nach meiner Erfahrung kann sich das aber schnell ändern und nach einem kurzen Aufenthalt im windaufgewühlten Wasser ziehen sich die Fische gern wieder in die windgeschützten Bereiche des Gewässers zurück, wo dann, wenn der Plan aufgeht, schon mein sorgfältig angelegter Futterplatz auf sie wartet. Auch hier muss ich mich aber manchmal regelrecht überwinden von dem Ufer, auf das der Wind steht, auf ein windgeschütztes Ufer zu moven. Doch oft ist ein gut durchdachter neuer Weg das, was große Erwartungen erlaubt und große Erwartungen haben wir alle, wenn wir wieder losziehen... Take it easy, Philipp Braun
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...von der Wahl der richtigen Taktik und der Angst vor neuen Wegen. Vom Spiel mit der Zeit und großen Erwartungen...
Als ich letztes Jahr ein großes und schwieriges Gewässer mit geringem Fischbestand befischte, saß ich insgesamt 16 Nächte lang ohne Fischkontakt am Wasser und es passierte so gut wie nichts. Es ist rückblickend sehr lustig, welche Phasen man durchmacht, wenn man alleine in seinem Zelt liegt und es passiert einfach nur gar nichts. Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich verstand wie unwahrscheinlich es für mich ist etwas zu fangen. Bei 28 Fischen auf etwa 30 Hektar Wasser hatte ich irgendwann das Gefühl, in einem Wasserglas zu angeln. Mit einer Dose Single Hookbait Popups an einem solchen Gewässer fühlt man sich sehr verloren und so beschloss ich, alle Fische im See auf meine Köder aufmerksam zu machen. Phasenweise kann diese Futterstrategie, bei der man wirklich große Mengen hochwertiger Köder füttert, sehr Erfolg versprechend sein. Die Fische sollten meine Köder fressen und sie nicht mehr mit Gefahr in Verbindung bringen. Ich beobachtete das Wasser sehr gut und verstand, an welchen Stellen so gut wie nie geangelt wird. Es gibt trotz des hohen Angeldrucks ein paar Buchten, in denen fast nie jemand angelt. In den nächsten Tagen fütterte ich viele Kilos von Boilies in den Bereichen, in denen keine Montagen lagen. Ich fütterte sogar mitten in Krautbetten, wo garantiert niemand angelt und in Bereichen vor Bäumen nur ein oder zwei Meter vom Ufer entfernt. Jeder Karpfen in diesem See sollte meine Köder probieren und ich erinnere mich wie ich nachts im Wasser stand und hier und da ein paar Boilies fallen ließ. Ich war wirklich etwas verrückt geworden durch die lange Einsamkeit ohne Fischkontakt. Ich beschloss außerdem, das Wasser noch genauer zu beobachten und ich starrte die ganze Zeit aufs Wasser, außer wenn ich schlief, was nicht so häufig vorkam. Sogar nachts beobachtete ich das Wasser. Meine Idee war, die Karpfen an mein Futter zu gewöhnen ohne auf den Futterstellen zu angeln und dann genau dort zu fischen wo ich die Karpfen beobachten konnte. Ich fischte gute Single Hookbait Rigs, denn meine Hakenköder fischte ich mit sehr wenig Beifutter. Sollte sich ein Karpfen meinem Köder nähern, so sollte er ihn möglichst schnell und sicher aufnehmen, um meine Rigs herum fütterte ich nur ein paar Boilies und etwas Groundbait. Das war also die Taktik, ich präsentierte Boilies auf seichtem Kraut, die die Karpfen hoffentlich nicht mehr mit Gefahr in Verbindung bringen konnten, da sie sie schon kannten. Karpfen haben sicher Angst vor Boilies, weil sie sie so gerne mögen. Sie wissen, dass sie ihnen nicht widerstehen können und deshalb halten sie sich von ihnen fern. An Gewässern mit geringem Fischbestand ist es daher meiner Meinung nach hilfreich, langfristig große Futterstellen ohne Hakenköder und kleine Futterstellen mit Hakenköder anzulegen und das Futter immer gut zu streuen.
Es ist sehr schwer auf dem Gebiet von Futtertaktik, Gewässergrund und Rigs pauschale Wege zu formulieren. Ich kann nur betonen, wie wichtig es mir ist, keinem einzelnen Trend aus der Angelszene zu folgen, sondern Entscheidungen unter Beachtung aller wesentlichen Umstände zu treffen. Also, was kann ich anders machen, wenn ich mich von der Masse der Angler abheben will? Ich habe oben zwei Futtertaktiken beschrieben, eine Taktik, bei der man einen Köder großflächig etabliert und eine Taktik, bei der man auf sehr engem Raum füttert. Nach meiner Erfahrung kann es wirkungsvoll sein, eine Futtertaktik zu probieren, die nicht der gängigen Norm an einem Gewässer entspricht. Ich möchte nie zwanghaft alles anders machen als die anderen Angler, aber wenn ich mich entschieden habe etwas Neues zu probieren, versuche ich konsequent zu bleiben. Manchmal, wenn ich mich entschieden habe, etwas radikal anderes zu machen als die anderen Angler am See, muss ich mich regelrecht zwingen, nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen. Zum Beispiel habe ich in letzter Zeit gerne mit Groundbait experimentiert und ufernah Popups gefischt, auf die ich dann einige Ballen Groundbait gefüttert habe, in die ich gerne noch ein paar Boilies eingeknetet habe. Kaum hatte ich die Rigs ausgelegt und das wenige Grundfutter gezielt gefüttert, ertappte ich mich aber dabei wie mein Blick in Richtung des Wurfrohres wanderte und ich doch gerne noch 50 Boilies großflächig hinterher gestickt hätte. Ich denke in solchen Situationen sollte man sich nicht dazu hinreißen lassen wieder in ein anderes Futterschema zu fallen. Ich finde lustig, dass Angler in manchen Bereichen des Hobbies gerne immer gleich agieren, in anderen Bereichen aber ständig krampfhaft etwas Neues probieren möchten. Ständig verfällt man in die Gewohnheit einer erprobten Futtertaktik, obwohl man doch eigentlich mal etwas Neues probieren wollte.


